Dr. Norbert Hödebeck-Stuntebeck hat 25-jähiges Dienstjubiläum im Wittekindshof gefeiert. Er war als Diplom-Psychologe in den damaligen Zweigeinrichtungen in Espelkamp-Benkhausen, Lübbecke-Nettelstedt, Löhne-Ulenburg und in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen tätig. Ende der 90er Jahre hat ein junger Mann mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom (PWS) durch sein herausforderndes Verhalten und sein dramatisch steigendes Übergewicht sich selbst und sein gesamtes Umfeld überfordert. „Wir mussten für diesen jungen Mann neue Strukturen schaffen und haben parallel weitere Anfragen von Menschen mit PWS bekommen“, erinnert sich Hödebeck-Stuntebeck.
Angebote für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom
Schnell wurde deutlich, dass Fachliteratur weitgehend fehlte. „Wir mussten selbst Konzepte entwickeln. Unser Ziel war es, die Frauen und Männer mit PWS so zu unterstützen, dass sie besser mit ihren innerpsychischen Konflikten und der behinderungsbedingten Esssucht umgehen können“, erklärte der Jubilar, der maßgeblich die Eröffnung der ersten Wittekindshofer Wohngruppe für Menschen mit PWS 1998 vorbereitet hat.
Aufgrund der hohen Nachfrage nach spezialisierten PWS-Angeboten wurde Hödebeck-Stuntebeck PWS-Projektleiter. Er hat zusammen mit Kollegen Beratungs- und Fortbildungsreihen entwickelt und Wohnangebot in Lübbecke, Herne, Gronau, Bad Oeynhausen und Oberhausen für mehr als 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit PWS in Wittekindshofer Wohngruppen oder in der eigenen Wohnung einschließlich Kurzzeitwohnen aufgebaut. Der Jubilar beteiligt sich am bundesweiten und internationalen Fachaustausch, hat vor einigen Jahren eine Doktorarbeit zum Prader-Willi-Syndrom vorgelegt und ist seit der Gründung 2010 Vorsitzender des „Beirates für Anbieter und professionelle Helfer“ bei der Internationalen PWS-Organisation. Seit Anfang des Jahres ist er zusätzlich Geschäftsführer des Prader-Willi-Syndrom Instituts Deutschland, das der Wittekindshof zusammen mit der bayerischen Regens-Wagner-Stiftung gegründet hat.
Adipositas-Projekt
Aufgrund umfangreicher Erfahrungen im Umgang mit starkem Übergewicht bei Menschen mit PWS, hat Hödebeck-Stuntebeck auch das Projekt „Adipositas bei Menschen mit geistiger Behinderung“ im Wittekindshof mit Kollegen initiiert und ist als Koordinator tätig. Es wurde mit dem NRW-Gesundheitspreis ausgezeichnet.
Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung: "Das seltene Prader-Willi-Syndrom prägt sein Berufsleben" .