Wohnen & Assistenz

Spatenstich für Wittekindshofer WohnhausNeubau für 24 Menschen mit Beeinträchtigung entsteht an der Enscheder Straße

Ein großes Bauschild zwischen Enscheder Straße, Direktor-Rahusen-Straße und Königstraße zeigt, dass hier etwas Neues entsteht: ein Zuhause für 24 erwachsene Menschen mit Beeinträchtigung. Mit dem offiziellen Spatenstich ist nun der Startschuss für ein neues Wohnangebot der Diakonischen Stiftung Wittekindshof gefallen. 

André Weber

Jeder Mensch hat das Recht auf Privatsphäre.

„Mit diesem Wohnhaus bauen wir die letzten Doppelzimmer des Wittekindshofs in Gronau ab“, sagt Diakon André Weber. „Jeder Mensch hat das Recht auf Privatsphäre. Ein eigenes Zimmer bedeutet mehr als nur vier Wände, es bedeutet Privatsphäre, Selbstbestimmung und ein Stück Lebensqualität“, bekräftigt der regionale Geschäftsführer der Diakonischen Stiftung Wittekindshof für die Region Münsterland/Rhein-Ruhr. 

Für die 24 Männer und Frauen, die vom Kerngelände an der Landgrafenstraße/Bottostraße in die neuen Appartements umziehen werden, bedeutet das einen großen Schritt in Richtung Selbständigkeit. „Wir planen zwei zweigeschossige, barrierefreie Häuser, die durch ein gemeinsames Treppenhaus mit Fahrstuhl miteinander verbunden sind. Zusätzlich wird es ein separates eingeschossiges Gebäude für Tagesstrukturierende Angebote geben“, führt Architekt und Projektleitung Klaus Meyering vom Wittekindshofer Bau- und Gebäudeservice aus.

 Pro Wohngebäude seien zwölf Einzel-Appartements geplant, die sich in zwei Gruppen aufteilen, sowie jeweils Gemeinschaftswohnzimmer, Gemeinschaftsküche, Pflegebad und Büro. Zusätzlich soll es zwei Krisenzimmer geben. Die Fertigstellung des Wohnhauses, das vom Gronauer Ingenieurbüros Johann Hoff und Partner GmbH umgesetzt wird, ist für Frühjahr 2028 geplant. 

Joscha Springer

Vor 70 Jahren entstanden die ersten Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung, die vom Gründungsgelände in Bad Oeynhausen nach Gronau ins ehemalige Annaheim zogen.

Diakon Joscha Springer, der als Geschäftsbereichsleitung für das neue Wohnhaus verantwortlich sein wird, erinnert an die Wurzeln der Stiftung: „Vor 70 Jahren entstanden die ersten Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung, die vom Gründungsgelände in Bad Oeynhausen nach Gronau ins ehemalige Annaheim zogen.“ 

Das neue Wohnangebot richtet sich an Menschen mit einer schweren geistigen und/oder Mehrfachbeeinträchtigung, die einen hohen Unterstützungs- sowie sozialen Assistenzbedarf haben. „Wir wollen mit dem Umzug in die Appartements zur Steigerung der Lebensqualität, der Selbstbestimmung und dem wachsenden Bedürfnis nach Selbständigkeit beitragen“, erklärt Joscha Springer. „24 Stunden am Tag werden Mitarbeitende anwesend sein. So ermöglichen wir das Leben in den eigenen vier Wänden, aber flankiert durch umfangreiche Unterstützungsangebote.“ Neben den Wohnräumen entstehen auch ausgelagerte Tagesstrukturierende Angebote (TSA), die Platz für insgesamt 20 Personen bieten. Gemeinsames Mittagessen und vielfältige Aktivitäten sollen hier den Tag strukturieren und soziale Teilhabe fördern.

Spatenstich für das neue Wittekindshofer Wohnhaus (von links): Pfarrer Uwe Riese, evangelische Kirchengemeinde Gronau, Wilhelm Hövel, Ingenieurbüro Joahnn Hoff und Partner, Klaus Meyering, Bau- und Gebäudeservice Wittekindshof, Joscha Springer, Geschäftsbereichsleitung für das neue Wohnhaus, Pfarrer Marian Zachow, theologischer Vorstand Wittekindshof, Bürgermeister Jörg von Borczyskowski, Sabine Niermann-Probst, stellvertretende regionale Geschäftsführung Wittekindshof, und André Weber, regionale Geschäftsführung Wittekindshof.

Pfarrer Marian Zachow, Theologischer Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, betont die Bedeutung des Projekts: „Es ist eine der großen Herausforderungen unserer Stiftung, Wohnraum zu bauen, umzubauen und zu transformieren. Unser Ziel ist es, die letzten Reste von Anstaltsstrukturen aufzulösen. Umso schöner ist es, dass wir ein Grundstück gefunden haben, das mitten in der Stadt, mitten in der Nachbarschaft liegt. Hier entsteht echte Teilhabe, kein abgeschottetes Sonderwohnen.“

Auch Bürgermeister Jörg von Borczyskowski würdigt das Engagement der Stiftung: „Es ist toll zu sehen, was aus den Wurzeln des Wittekindshofs geworden ist und wie die Stiftung in Gronau weiter wächst. Der Wittekindshof ist ein fester Bestandteil unserer Stadt.“ Das bekräftigte auch Pfarrer Uwe Riese von der evangelischen Kirchengemeinde Gronau, der beim Spatenstich Gottes Segen für das Bauvorhaben wünschte.