Spezialisierte Unterstützung in der eigenen Wohnung

"Ich bin hier eingezogen, um selbstständig zu sein und um immer mehr Aufgaben selbst zu übernehmen", erklärt Rainer Spenrath, der stolz seine neue Wohnung in der Hauswohngemeinschaft Hermannstraße in Lübbecke zeigt. Vorher hat er ebenso wie drei andere Frauen und Männer in einer der spezialisierten Wittekindshofer Wohngruppen für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom (PWS) gelebt. Die seltene angeborene Behinderung ist mit einer meist leichten geistigen Behinderung, Esssucht, Stoffwechselbesonderheiten und herausforderndem Verhalten verbunden. Ein ambulantes Wohnangebot für Menschen mit PWS gab es bisher nur in Oberhausen.

Westfälische Premiere und Innovation für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom

"Die neue Hauswohngemeinschaft ist eine westfälische Premiere. Sie geht einen Schritt weiter als das bundesweit einzige Vorbild in Oberhausen, weil es keine reine PWS-Hauswohngemeinschaft ist, sondern die Mieterinnen und Mieter unterschiedliche Behinderungen haben. Diese gemischte Wohnform war ein Wunsch von Bewohnern der PWS-Wohngruppen", erklärt Geschäftsbereichsleiter Diakon Burkhard Hielscher.

Vernetzt im Sozialraum

In der neuen Hauswohngemeinschaft stehen vier Wohnungen für zehn Frauen und Männer mit unterschiedlicher Behinderung zur Verfügung. Das Gebäude war ursprünglich für Flüchtlinge geplant, wurde aber von Anfang als Wittekindshofer Hauswohngemeinschaft genutzt. Durch individuelle Teilhabeplanung ist spezialisierte Unterstützung in der eigenen Wohnung möglich. Das Team des Ambulant Unterstützten Wohnens arbeitet eng mit anderen Angeboten vor Ort zusammen. Das Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum ist gut mit dem Rad erreichbar. Ein ambulanter Pflegedienst kommt regelmäßig, um die Medikamenteneinnahme und Unterstützung im Rahmen der Pflegeversicherung sicher zu stellen. Mehrere Mieterinnen und Mieter besuchen die Adipositasselbsthilfegruppe. Zurzeit arbeiten alle in den Wittekindshofer Werkstätten, aber auch die Teilnahme an Tagesstrukturierenden Angeboten ist möglich. Nachts bietet eine Schlafbereitschaft zusätzliche Sicherheit in der Hauswohngemeinschaft.

Mit und ohne Erfahrung in der eigenen Wohnung

Für einige Mieter ist die Hauswohngemeinschaft in einem Wohngebiet mit überwiegend Einfamilienhäusern die erste eigene Wohnung. Für andere ist es die Chance, auch weiterhin in der eigenen Wohnung zu leben, obwohl der Unterstützungsbedarf behinderungsbedingt oder aufgrund des Alters zugenommen hat.

Mehr zur neuen Hauswohngemeinschaft in Lübbecke erfahren Sie in der Pressemitteilung: "Auch mit viel Unterstützung in der eigenen Wohnung".