Tanzend ins Fernsehen und auf einen Kaffee mit Sigmar Gabriel

Gronau/ Berlin (AM). "Stars und Sternchen" heißt die inklusive Tanzgruppe aus dem Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum (KIZ) am Kurt-Schumacher-Platz in Gronau. Sie haben Erfahrung mit Auftritten in Gronau, Ahaus und vor kurzem im Altenheim in Ochtrup. In der letzten Woche haben sie die Diakonische Stiftung Wittekindshof auf der Diakonie Bühne beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin vertreten.

Von der Messehalle ins Fernsehen

Der erste Auftritt in der Messehalle hatte sich etwas verzögert. Die elf Tänzerinnen und Tänzer warteten in ihrem selbst entworfenen und gestalteten Tanz-Outfit am Bühnenrand. Das war die Gelegenheit, Kontakt zum Fernsehteam von Phoenix aufzunehmen, die bei den rund 50 Einrichtungen, Fach- und Landesverbänden im Forum Diakonie und auf dem Markt der Möglichkeiten unterwegs waren. Aber der Kameramann hatte wenig Interesse an den Gronauern und wollte lieber schnell weiter. Auch wenn das Fernsehen zum Greifen nah war, sprach wenig vom Traum ins Fernsehen zu kommen. Umso großer war der Jubel am Abend in der Schule, in der die Tanzgruppe übernachtet hat, als die Nachricht kam, dass die Fernsehkamera wirklich die Gronauer Tanzgruppe gefilmt hatte.

Als Phoenix die Sendung am Freitag mit den Wittekindshofer "Stars und Sternchen" ausgestrahlt hat, standen die elf Tänzer schon wieder auf der Bühne. Sie eröffneten das inklusive kulturelle Programm, das die Diakonie Deutschland und das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz mit Mitwirkenden aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert hatten. Wieder gab es großen Applaus für die Choreografie und Kostüme, die die Gruppe mit viel Kreativität selbst entwickelt hatte. Farblich passten sie perfekt zur Diakoniebühne, die in Violett als Farbe der evangelischen Kirche und dem typischen Diakonieblau gestaltet war. Auch inhaltlich hatten sie das Anliegen der Forums Diakonie in Szene gesetzt: in bunter Vielfalt tanzten die elf bis 34-jährigen Mädchen, Frauen und Männer, die mit und ohne Behinderung leben und sich nicht nur beim Tanzen gegenseitig inspirieren, unterstützen und gemeinsam einen Teil ihrer Freizeit gestalten.

Pause inklusiv mit vielen bekannten und unbekannten Gästen

Über die Diakoniebühne hinaus hat sich der Wittekindshof  bereits zum dritten Mal am Gemeinschaftsstand Pause inklusiv beteiligt. Auf über 250 Quadratmetern haben die Evangelischen Stiftung Alsterdorf (Hamburg), der Pommersche Diakonieverein (Mecklenburg-Vorpommern), die Diakonie Himmelsthür (Niedersachsen), die Johannes-Diakonie Mosbach (Baden-Württemberg) und der Wittekindshof ein Café mit Kulturprogramm angeboten. "Die Zusammenarbeit der diakonischen Behindertenhilfeträger aus ganz Deutschland bewährt sich. Gemeinsam schaffen wir mit Pause inklusiv einen Rahmen für Begegnungen zwischen ganz unterschiedlichen Menschen und fördern Teilhabe und Inklusion", erklärt der Wittekindshofer Vorstandsprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke. Unter hunderten von Gästen, zu Pause inklusiv gekommen sind, gehörten CDU-Generalsekretär Peter Tauber, die Parteivorsitzende der Linken Katja Kipping, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Bischöfin Kirsten Fehrs und Bischof Dr. Andreas von Maltzahn, Schlagersänger Frank Zander sowie weitere Mitglieder des Deutschen Bundestages, die sich zum Teil zu Fachgesprächen mit dem Vorstand der Diakonie Deutschland bei Pause inklusiv getroffen haben und dort von einem inklusiven Serviceteam auch vom Rollstuhl aus bedient wurden. Frauen und Männer, die Angebote des Wittekindshofes nutzen, haben die aus Zeitung und Fernsehen bekannten Personen interviewt oder sie um einen Beitrag für das Tage-Buch vom Kirchen-Tag in Leichter Sprache gebeten. Zu den Überraschungsgästen gehörte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der beim Kaffeetrinken mit Romina Ruge aus Gronau ins Gespräch kam und erklärte: "Am meisten Spaß auf dem Kirchentag machen mir die Menschen hier."

36. Deutscher Evangelischer Kirchentag

Der Deutsche Evangelische<link http: www.kirchentag.de external-link-new-window> Kirchentag hat mit über 106.000 Dauerteilnehmer und jeweils rund 40.000 Tagesteilnehmer am Himmelfahrtswochenende in Berlin und Wittenberg mit rund 2.500 Gottesdiensten, Konzerten, Andachten, Diskussionen und Vorträgen stattgefunden. Das Forum Diakonie war Teil des Marktes der Möglichkeiten und der Messe im Markt, auf dem sich Kirchengemeinden, Gruppen, Vereine, Initiativen und Unternehmen vorgestellt haben. Die elf Gronauer Tänzerinnen und Tänzer gehörten zu den 6.800 Mitwirkenden beim Markt der Möglichkeiten, der in mehreren Hallen der Berliner Messe stattgefunden hat.