Bad Oeynhausen/Lübbecke (JP). Erzieher und Erzieherinnen arbeiten in Kindergärten. Das ist bekannt. Dass das Arbeitsfeld aber noch viel mehr Möglichkeiten bietet, ist eher nicht so populär. Pfarrer Bodo Hundte, der am Berufskolleg Lübbecke als Religionslehrer und Schulpfarrer tätig ist, hat deshalb mit Frauen und Männern des Erzieher-Ausbildungsgangs die Diakonische Stiftung Wittekindshof besucht.
"Ich möchte euch Ideen geben, was ihr machen könnt. Für Kitas und Co. seid ihr alle geeignet, aber vielleicht sucht ihr ja mal neue berufliche Herausforderungen und guckt nach ein paar Jahren Berufserfahrung, was es noch für Berufsfelder für Erzieher gibt. Dann ist es hier beim Wittekindshof klasse, wie ich finde. Hier könnt ihr in der Behindertenhilfe tätig sein. Und was ich richtig gut finde, ist dass ihr auf eure Ausbildung aufbauen könnt", richtete sich Pfarrer Hundte zu Beginn des Besuchs in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen an seine Studierenden. Diese kannten die Diakonische Stiftung teils durch persönliche Kontakte oder vom Hörensagen.
Doppelqualifikation Diakon/Diakonin
Diakonin Nicole Schnepel nahm die angehenden Fachkräfte in Empfang und berichtete unter anderen über die Geschichte der Stiftung, aber auch die zahlreichen Berufsfelder und Einsatzmöglichkeiten für Fachkräfte in den sozialen Berufen. "Eine Besonderheit, die wir anbieten, ist die Ausbildung zum Diakon/zur Diakonin. Das ist ein zweiter, kirchlicher Berufsabschluss neben dem staatlichen. Sie haben also eine Art Doppelqualifikation", erklärte Schnepel, die als Diakonin Mitglied der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof ist. "Die Diakonenausbildung im Wittekindshof ist vielseitig und geprägt durch viel Praxisnähe. Sie besteht aus der theologisch-diakonischen Ausbildung und der Ausbildung zu einer Fachkraft in einem sozialen oder pflegerischen Beruf. Die theologisch-diakonische Ausbildung dauert zwei Jahre und kann zusammen mit einer Fachausbildung, die Sie ja nun bald haben, aber auch berufsbegleitend oder per Studium gemacht werden. Sie haben also noch die Chance", stellte Schnepel in Aussicht. Einer Gemeinschaft anzugehören, die in schweren Zeiten Stütze ist und deren Mitglieder, etwa in Krisen, Vertrautheit und Sicherheit geben, das stütze sie sehr: "Ich bin in Krisen nicht alleine, sondern weiß, dass da 1500 andere Männer und Frauen sind, auf die ich mich verlassen kann."
Aufstiegsmöglichkeiten für Fachkräfte
Als besonders interessant für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher aus Lübbecke entpuppte sich nicht nur die Führung über das Gelände und der Einblick in die Arbeit des Wittekindshofes, sondern auch die Möglichkeit, sich als ausgebildeter Erzieher weiterbilden zu können. "Der Aufbaubildungsgang Sozialmanagement, kurz Soma, richtet sich an Mitarbeitende, die schon Leitungsfunktion haben oder die Leitung übernehmen wollen und die über eine Fachausbildung verfügen. Das können Sie als Erzieher sein. Mit dem Soma-Abschluss können Sie die Karriereleiter hinaufklettern", betonte Nicole Schnepel und Pfarrer Hundte pflichtete ihr bei: "Das wollen sicherlich nicht alle. Aber zu wissen, dass noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, ist wichtig für eure Zukunft."
Der Besuch kam so gut bei den Auszubildenden an, dass Pfarrer Hundte bereits weitere Besuche bei der Diakonischen Stiftung Wittekindshof angekündigt hat.