Wohnen & Assistenz

Verbundenheit und EntwicklungWittekindshof blickt auf 20 Jahre in Herne zurück

Ein gemalter Baum ist auf der Leinwand am Eingang des Festzeltes zu sehen. Seine Blätter sind Fingerabdrücke von den Gästen, die im Garten des Wohnhauses Emsring das 20-jährige Bestehen der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Herne feiern. 

„Ein Baum spendet Schatten und Luft, an einem Baum kann man sich ausruhen, man kann sich an seinen Stamm anlehnen, wenn man ihn braucht“, sagte Pfarrer Marian Zachow, theologischer Vorstand des Wittekindshofs, in seiner Ansprache. Genau darin liege auch das Selbstverständnis des Wittekindshofs, ein Stamm zu sein, der Menschen Halt gebe.

Gemeinsam feierten die Verantwortlichen sowie Wegbegleiterinnen und -begleiter das 20-jährige Bestehen des Wittekindshofs in Herne und Oberhausen (von links): Tobias Rahe (Geschäftsbereichsleiter Herne und Oberhausen), Matthias Jacobstroer (Regionalleitung Rhein-Ruhr), Sabine Niermann-Probst (stellvertretende Regionalgeschäftsführung Münsterland/Rhein-Ruhr), Pfarrer Marian Zachow (theologischer Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof), Frank Dudda (Oberbürgermeister der Stadt Herne) und Pfarrerin Katja Lueg (Kreuzkirchengemeinde Herne)

Seit zwei Jahrzehnten ist die Diakonische Stiftung Wittekindshof in Herne und Oberhausen aktiv. Rund 230 Mitarbeitende unterstützen heute etwa 400 Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen sowie in der Jugendhilfe. Das Angebot umfasst ambulante Unterstützung, Wohnangebote, den Familienunterstützenden Dienst und die Sozialpädagogische Familienhilfe. Hinzu kommen die beiden Kindertageseinrichtungen „Wittekindshofer Wichtel“ und die „Kita am Weustenbusch“, die seit diesem August ebenfalls zur Stiftung gehört.

Zur Jubiläumsfeier im Wohnhaus Emsring waren Klientinnen und Klienten, Mitarbeitende, Angehörige, Betreuende sowie Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter eingeladen. Begrüßt wurden sie von Matthias Jacobstroer, Regionalleiter Rhein-Ruhr: „Wir begleiten seit 20 Jahre Menschen, ermöglichen Teilhabe, überwinden Barrieren und finden gemeinsame Lösungen. Hinter dieser Erfolgsgeschichte steckt aber auch immer ein Team aus Klientinnen und Klienten, Mitarbeitenden, Angehörigen, Kooperationspartner*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Gesellschaft. 

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Ein besonderer Moment war die Andacht von Pfarrerin Katja Lueg von der Kreuzkirchengemeinde Herne. Sie lieh sich von Oberbürgermeister Frank Dudda einen 10-Euro-Schein, zerknüllte ihn vor den Augen der Gäste und fragte: „Wollen Sie ihn noch haben?“ Die Antwort war klar. „Wenn man ihn auseinander faltet, bleibt es genau der 10-Euro-Schein, den wir vorher hatten. Der Wert bleibt gleich“, erklärte sie. „Und genauso ist es, wenn Gott uns mit seinen Augen ansieht und sagt: Du bist gut so, genauso wie du bist, mit deinen Ecken und Kanten, mit dem, was du mitbringst und mit dem, was du kannst. Du bist gut so, denn du bist für mich wertvoll.“

Oberbürgermeister Bernd Dudda betonte die Bedeutung des Wittekindshofs für die Stadt: „Wir erleben hier, dass wir das Weltbild transportieren wollen: alle mittendrin, alle eine Gemeinschaft.“ Es gelte, dafür zu werben und sichtbar zu machen, was in einer solchen Gemeinschaft möglich sei. Mathias Grunert, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Sodingen, begrüßte es, dass die Stiftung in der Stadt Fuß gefasst habe und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit. 

Clownin Funny sorgt für gute Stimung.

Sabine Niermann-Probst, stellvertretende Regionalgeschäftsführung Münsterland/Rhein-Ruhr, blickte zurück: „Wenn ich darüber nachdenke, was diese 20 Jahre im Kern ausmacht, dann sind es für mich vor allem zwei Dinge: Verbundenheit und Entwicklung.“ Verbundenheit bedeute, einander zu vertrauen, füreinander da zu sein. Entwicklung bedeute, neugierig zu sein, zu lernen und miteinander weiterzugehen. 

Tobias Rahe, Geschäftsbereichsleiter für Herne und Oberhausen, richtete den Blick ebenfalls auf die Menschen: „Wenn ich an diese 20 Jahre denke, denke ich nicht an Controllingberichte, sondern an die vielen Menschen und Begegnungen, die unseren Geschäftsbereich zu dem gemacht haben, was er heute ist. Es sind die Menschen mit Beeinträchtigungen, die bei uns leben, lernen und ihre eigenen Geschichten schreiben, es sind die Mitarbeitenden, die begleiten, zuhören“