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Video-Interview: Wenn der Computer zur Stimme wirdKonstantin Eichmann und Annika Lange-Kniep sprechen beim Jahresempfang über Unterstützte Kommunikation

Konstantin Eichmann tippt auf seinem Sprachcomputer, dann erklingt eine klare, synthetische Stimme: „Hallo, ich bin Konstantin Eichmann. Ich spreche mit Talker.“ Das Gerät hilft dem 60-Jährigen aus Löhne dabei, selbstbestimmt zu kommunizieren. Und er will sein Wissen weitergeben. Gemeinsam mit Annika Lange-Kniep, Fachberaterin für Unterstützte Kommunikation und Leiterin des Büros für Leichte Sprache beim Wittekindshof, bildet Konstantin Eichmann ein besonderes Referententeam. 

Die beiden geben Kurse und Vorträge, um für das Thema Unterstützte Kommunikation zu sensibilisieren und zu zeigen, wie Menschen kommunizieren können, wenn die Lautsprache undeutlich ist oder fehlt. Am 11. Februar 2026 werden sie beim Jahresempfang der Diakonischen Stiftung Wittekindshof aus ihrer Arbeit berichten und demonstrieren, wie Technologie Selbstbestimmung stärken kann.

„Unterstützte Kommunikation, kurz UK, umfasst alle Maßnahmen, die die Kommunikation von Menschen erweitern, die nicht oder nicht verständlich sprechen können. Das Spektrum reicht von einfachen Symbolkarten über Gebärden bis hin zu hochmodernen Sprachcomputern mit Augensteuerung“, erklärt Annika Lange-Kniep. Für Konstantin Eichmann begann der Weg zu seinem Talker in den Herforder Werkstätten der Lebenshilfe Herford, wo er arbeitet. Dort lernte er in einer speziellen Talker-Gruppe erstmals Sprachcomputer kennen. Diese Begegnung veränderte sein Leben grundlegend. „Heute hilft mir der Talker in allen Lebensbereichen, egal, ob bei der Arbeit oder in der Freizeit“, sagt der Löhner, der selbstständig in einer eigenen Wohnung lebt und als UK-Referent aktiv ist, um seine Erfahrungen weiterzugeben.

„Konstantin zeigt in unseren Kursen authentisch, wie Unterstützte Kommunikation im Alltag funktioniert und welche Türen sie öffnen kann“, erklärt Annika Lange-Kniep. Die beiden haben sich in der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation kennengelernt, einem bundesweiten Netzwerk mit rund 2.000 Mitgliedern, das sich für die Verbreitung und Weiterentwicklung von UK einsetzt.

Kurse für Fachkräfte

Ihre gemeinsamen Kurse richten sich an Mitarbeitende aus Kindertagesstätten, Förderschulen, der Eingliederungshilfe, Wohn- und Arbeitseinrichtungen sowie aus der Altenhilfe und Reha-Einrichtungen. „Wir vermitteln verschiedene Kommunikationsformen: Gebärden, Symbole, Sprachcomputer“, sagt Annika Lange-Kniep. „Dabei geht es immer darum, für jeden Menschen die passende Lösung zu finden. Kommunikation ist ein Grundbedürfnis, und jeder Mensch hat das Recht darauf, sich auszudrücken.“

Der Jahresempfang am Mittwoch, 11. Februar, steht unter dem Motto „Wie Technologie Selbstbestimmung stärkt“ und beleuchtet verschiedene Facetten digitaler Innovationen in der Eingliederungshilfe. Los geht es um 18 Uhr der Wittekindshofer Werkstatt Sonnenbrede auf dem Gründungsgelände. Neben den Vorträgen von Konstantin Eichmann und Annika Lange-Kniep wird es eine Podiumsdiskussion mit Professorin Dr. Kathrin Römisch und Superintendent Dr. Olaf Reinmuth geben. Bei Grünkohl, Musik und Austausch können die Gäste anschließend ins Gespräch kommen und sich vernetzen.