“ Die Anzahl der Menschen mit Behinderung, die in den Wittekindshofer Wohnhäusern auf dem Stiftungsgelände in Volmerdingsen leben, hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als halbiert. Der Sicherheitsstandard der Gebäude auf dem Stiftungsgelände ist erheblich gestiegen und alle Mitarbeitenden werden regelmäßig im Brandschutz geschult. Auf dieser Grundlage haben wir neue Brandschutzkonzepte für viele Gebäude erarbeitet, die zukünftig eine Werkfeuerwehr Wittekindshof nicht mehr vorsehen“, erklärte Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke.
Infrastruktur der Stadt nutzen
Das Ende der Wittekindshofer Werkfeuerwehr ist für ihn eine weitere Konsequenz daraus, dass sich das Wittekindshofer Gründungsgelände immer stärker zu einem Teil des Stadtteils Volmerdingsen entwickelt: „Wir möchten die Sonderwelt Wittekindshof in einen Teil der Stadt Bad Oeynhausen umgestalten. Dazu gehört, dass auch die Bad Oeynhausener Bürgerinnen und Bürger, die durch Wittekindshofer Mitarbeitende im Alltag unterstützt werden, die Infrastruktur der Stadt Bad Oeynhausen vom Taxibus bis zur Feuerwehr nutzen“, betonte Starnitzke und wies darauf hin, dass auch andere Einrichtungen, in denen viele hilfebedürftige Menschen anzutreffen sind keine eigene Werkfeuerwehr hätten, sondern die Infrastruktur der Kommune nutzten.
Millionen in den Brandschutz investiert
Starnitzke berichtete, dass der Wittekindshof aufgrund der hohen Auflagen der Sicherheitsbehörden und zum Schutze der im Wittekindshof unterstützten Menschen in den vorbeugenden Brandschutz Millionenbeträge investiert habe und auch weiterhin sehr viel Geld für Brandmeldeanlagen, Notrufsysteme, Rauch- und Wärmeabzüge, Brandschutztüren und andere bauliche und organisatorische Maßnahmen des Brandschutzes sowie die Schulung der Mitarbeitenden ausgeben werde. „Das sind Betreiberpflichten, aber wir tun auch einiges darüber hinaus, um die Sicherheit der uns anvertrauten Menschen zu erhöhen. Trotzdem gibt es Grenzen. Das Geld, das der Wittekindshof bekommt, muss für die Förderung von Menschen mit Behinderung eingesetzt werden“, betonte Starnitzke.
Werkfeuerwehr und vorbeugender Brandschutz
Thomas Büttemeyer, der Leiter der Werkfeuerwehr, hat sich seit Jahren für den Fortbestand der Feuerwehr eingesetzt und sieht mit Sorge auf die geplante Auflösung der Werkfeuerwehr: „Brandbekämpfung als klassische Aufgabe der Feuerwehr ist unser kleinster Arbeitsbereich, bei dem es uns immer auf die gute Zusammenarbeit mit den öffentlichen Feuerwehren ankommt. Wir waren immer auf die umliegenden Feuerwehren angewiesen, weil wir weder personell noch technisch für größere Brände ausgerüstet sind. Der größte Vorteil der Werkfeuerwehr besteht darin, dass sie an Werktagen tagsüber schneller vor Ort sein kann als die umliegenden Feuerwehren. Die Werkfeuerwehr kann den Löschgruppen dann sehr schnell einen Überblick über die konkrete Schadenslage geben. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt eindeutig im vorbeugenden Brandschutz und in der präventiven Hilfeleistung“, erklärte Thomas Büttemeyer.
Kompetenzen der Mitglieder der Werkfeuerwehr
Elke Ruthenkolk, die als Ressortleiterin für den Bereich Sicherheit verantwortlich ist, betonte, dass das Fachwissen der Mitarbeiter der Werkfeuerwehr auch zukünftig gebraucht werde: „In der Werkfeuerwehr engagieren sich Mitarbeitende mit pädagogischer oder technischer Grundausbildung, die als Mitglieder der Feuerwehr ausgebildet und regelmäßig geschult wurden. Sie bringen sehr viel Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung und den besonderen sicherheitsrelevanten Fragen im Wittekindshof mit. Das werden wir brauchen, auch wenn wir keine Werkfeuerwehr mehr haben.“
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung "Brandschutz ohne Werkfeuerwehr".