Seit der Jahrtausendwende hat der Wittekindshof die Wohnqualität erheblich verbessert. Der Anteil an Einzelzimmer liegt insgesamt bei über 80 Prozent. Während zur Jahrtausendwende noch über 1.500 Menschen in Doppelzimmern gelebt haben, werden heute in vielen Bereichen nur noch Einzelzimmer angeboten. Die Verbesserung der Wohnqualität konnte durch Anmietung neuer Wohnungen, und erhebliche Investitionen für Um- und Neubaumaßnahmen erreicht werden. Neue Wohnhäuser wurden grundsätzlich nur mit Einzelzimmern gebaut, weswegen in der neuen Region im Ruhrgebiet in den Wittekindshofer Wohnhäuser durchgängig eine 100-prozentige Einzelzimmerquote besteht.
Niemand muss umziehen!
Auch Altbauten, die vor Jahrzehnten mit Mehrbettzimmern geplant wurden, sind umgebaut, um Einzel- und Doppelzimmer zu schaffen. Trotzdem ist die Einzelzimmerquote, die das Wohn- Und Teilhabegesetz Nordrhein-Westfalen (WTG-NRW) in jedem einzelnen Gebäude fordert, noch nicht in allen Altbauten erreicht. Für einen kleinen Teil der Wohnhäuser auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände und in Volmerdingsen gilt ein partieller Wiederbelegungsstopp. Niemand muss umziehen. Jeder darf in seinem vertrauten Lebensumfeld wohnen bleiben. Wenn aber jemand umzieht oder eine Person verstirbt, die in einem Doppelzimmer gelebt hat, darf keine andere Person in das Zimmer einziehen.
Alternative Wohnformen
Unabhängig vom WTG-NRW hat sich der Wittekindshof die 100-Prozent Einzelzimmerquote zum Ziel gesetzt. Trotzdem werden auch zukünftig beispielsweise Paare, wenn sie dies wünschen, zusammen wohnen können. Um das Ziel zu erreichen werden weitere Neu- und Umbauten geplant und Wohnungen gemietet. Außerdem sinkt wie auch schon in den letzten Jahren die Zahl der Menschen, die stationäre Wohnangebote nutzen: Auch Frauen und Männer mit hohem Unterstützungsbedarf wird das Leben in der eigenen Wohnung ermöglicht, wofür sich vor allem die neuen Hauswohngemeinschaften anbieten, die sich in Minden, Lübbecke, Espelkamp und Vlotho teilweise schon seit mehreren Jahren bewähren. Eine weitere Alternative zu traditionellen Wohnhäusern für Menschen mit Behinderung ist das Betreute Wohnen in Familien, das über 70 Frauen und Männer nutzen, die so teilweise zum ersten Mal in ihrem Leben Familienanschluss erleben.