Bei der feierlichen Baumerleuchtung hatte Alfred Brinkmann die wichtigste Aufgabe. Sehen konnte ihn kaum einer. Aber er bekam Applaus, als er auf Kommando den Weihnachtsbaum per Knopfdruck zum Leuchten brachte. Alfred Brinkmann ist mit über 80 Jahren einer der ältesten Bewohner des Wittekindshofer Wohnhauses an der Werrestraße Ecke Oeynhausener Straße in Löhne.
Eine mindestens so wichtige Aufgabe wie der Senior hatten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Sie sorgten für frische Waffeln, Bratwurst und Pommes, verteilten Kakao und Kaltgetränke und verkauften Weihnachtsdekoration, die die Senioren des Hauses im Rahmen der Tagesstrukturierenden Angebote gebastelt hatten. „Vor zehn Jahren war es ein Wunsch der Schülerinnen und Schüler, nicht nur im Religionsunterricht über Behinderung zu reden, sondern selbst Kontakt zu Menschen mit Behinderung zu haben. Die ersten Begegnungen gab es schon in der Ulenburg, es folgte der gemeinsame Ausflug zum Weihnachtsmarkt in Oberhausen und schließlich die Unterstützung der Schüler beim Umzug in den Neubau, bei der Einweihungsfeier und beim Erkunden der Umgebung“, berichtete Oberstufenleiter Axel Davidheimann.
Bertholt-Brecht-Gesamtschule und Wohnhaus arbeiten seit zehn Jahren zusmamen
Davidheimann koordiniert seit zehn Jahren die Zusammenarbeit mit dem Haus Werre und freut sich, dass sich seine Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich und in ihrer Freizeit engagieren. „Die Schülerinnen und Schüler besuchen jeden Dienstag das Haus Werre und beteiligen sich an weiteren Aktionen wie Kegelabenden und Wanderungen. Durch diese Zusammenarbeit haben schon mehrere ihr Fachpraktikum in der zwölften Klasse im Haus Werre absolviert, weitere dort Zivildienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr verbracht und einige ehemalige Schüler haben bereits ihre Ausbildung im Wittekindshof abgeschlossen oder bewerben sich gerade um einen Ausbildungsplatz“, freut sich der Oberstufenleiter, der davon ausgeht, dass in den letzten zehn Jahren rund 150 junge Menschen im Haus Werre Kontakt zu Senioren und Menschen mit Behinderung hatten. Zu ihnen gehören Melina Bünermann und Julia Grannemann, die schon mehrfach zu den Tagesstrukturierenden Angeboten gekommen sind und bei der Baumerleuchtung berichteten: „Das macht Spaß. Mit den Bewohnern kann man sich gut unterhalten und wenn einer nicht spricht, geht es mit Zeichensprache.“
Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung "Engagement macht Spaß und eröffnet Berufsperspektiven"