Beverungen-Blankenau/Bad Oeynhausen (JP). Das 70-jährige Firmenjubiläum ist an sich schon Grund genug, zu feiern. Wenn dann noch die Tochter das Familienunternehmen in der dritten Generation übernimmt, ist der Anlass umso größer. Also wurde bei Erdbau Hake aus Beverungen-Blankenau kräftig gefeiert - und ganz nebenbei noch etwas Gutes getan: Denn Geschenke wollte Familie Hake nicht. Stattdessen hat sie ihre Gäste und Freunde aufgefordert, zu spenden. Mit einem Teil des Geldes werden Kinder und Jugendliche mit Behinderung gefördert, die von der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen unterstützt werden.
Geld für Ausflüge und Freizeitangebote
Aufmerksam geworden waren die Seniorchefin Martina und der Seniorchef Otto Hake auf den Wittekindshof durch einen Spendenaufruf. "Die Geschichte von Jonas hat meine Eltern sehr berührt. Ihnen war es sehr wichtig, dass mit dem Geld Kinder unterstützt werden, die teilweise noch nicht viel Gutes in ihrem Leben erfahren haben", sagt Katharina Zietz, die gemeinsam mit ihrem Mann Carsten Anfang des Jahres die Firma ihrer Eltern übernommen hat. Jonas ist heute zehn Jahre alt und lebt mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Seine leiblichen Eltern konnten schon im Säuglingsalter nicht angemessen für ihn sorgen, weswegen das Jugendamt eingegriffen hat. Eine Pflegefamilie, in der Jonas vor seinem Umzug in den Wittekindshof lebte, war mit seinem intensiven und umfassenden Unterstützungsbedarf in allen Lebensbereichen an Grenzen gekommen. Aus frühester Kindheit kennt Jonas Hunger, Besuch bekommt er nur von seiner Betreuerin. Abgeholt von Verwandten, wie es andere Kinder am Wochenende werden, wird er auch nicht. Deswegen stehen Ausflüge und vor allem ein Urlaub ganz hoch im Kurs bei ihm.
Mit den 5000 Euro, die Familie Hake im Namen ihrer Gäste nun an Eva-Maria Kern vom Wittekindshofer Spenderservice übergeben hat, werden daher Freizeit-, Sport- und Bewegungsangebote sowie Ausflüge und Aufenthalte am Meer oder einem Bauernhof für Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen finanziert.
Gäste und Kunden spenden
Mit 500 geladenen Gästen feierten die Eheleute Otto und Martina Hake sowie Tochter Katharina und ihr Mann Carsten Zietz Anfang Januar. "Etwas mehr als 12.000 Euro sind zusammengekommen. Dass es so viel wird, damit hätten wir auch nicht gerechnet. Wir freuen uns, dass unsere Freunde, Bekannten, Kunden und Kollegen so großzügig waren", bedankt sich die gelernte Bauingenieurin. Aufgeteilt wurde das Geld auf drei gemeinnützige Einrichtungen, zu denen aus unterschiedlichen Gründen eine Verbindung besteht. Das ist zum einen die Diakonische Stiftung Wittekindshof, die Menschen mit Behinderung in jedem Lebensalter in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Gesundheit und Bildung unterstützt. Weitere 5000 Euro gingen an die Hospizgruppe Norden, mehr als 2000 Euro erhielt der Lions-Club Uslar, in dem Otto Hake seit vielen Jahren Mitglied ist.
Erdbau Hake
1948 gründete Otto Hake das Unternehmen Erdbau Hake in Beverungen-Blankenau. Schwerpunkt war von Anfang bis jetzt der Erdbau und der Forstwegebau. Einzugsbereich ist mittlerweile ein Umkreis von etwa 150 Kilometern. Und da Blankenau in einem Dreiländereck liegt, kommen Aufträge aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Mehr als 40 Mitarbeitende sind bei Erdbau Hake beschäftigt. Zu den Auftraggebern gehören die Niedersächsischen Landesforsten und weitere Forstämter, Unternehmen und Institutionen. 1983 übernahm sein Sohn Otto Hake Junior die Leitung des Unternehmens. Im Januar 2019, im Alter von 60 Jahren, reichte er den Staffelstab weiter an seine Tochter Katharina Zietz und seinen Schwiegersohn Carsten Zietz, beides Bauingenieure mit viel Erfahrung in anderen Unternehmen in Leipzig.