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Perspektivwechsel, der bewegtErfolgreicher Aktionstag „Schichtwechsel“ in Bad Oeynhausen und Gronau

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Am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ haben die Wittekindshofer Werkstätten in Bad Oeynhausen und Gronau gezeigt, wie wertvoll der Perspektivwechsel für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sein kann. 

Ziel des Aktionstags ist es, Berührungsängste abzubauen, neue Chancen zu eröffnen und den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern. Insgesamt tauschten zahlreiche Beschäftigte der Werkstätten und Mitarbeitende regionaler Unternehmen für einen Tag ihre Arbeitsplätze und sammelten dabei wertvolle Erfahrungen.

Schichtwechsel in Bad Oeynhausen

In Bad Oeynhausen beteiligten sich sieben Werkstattbeschäftigte und sieben Mitarbeitende aus drei Unternehmen – Marktkauf, Jacob Söhne GmbH & Co. sowie END-Armaturen – am Arbeitsplatztausch. Die Teilnehmenden erlebten dabei einen bereichernden Perspektivwechsel: „Ich fand es total schön, mal eine andere Arbeit zu erleben. Die Mitarbeitenden des Marktkaufs waren sehr freundlich, und mir hat die Arbeit beim Salat zubereiten viel Spaß gemacht“, berichtet Marleen Dubbel, die für einen Tag vom Wäscheservice in den Marktkauf wechselte. 

Auch die Unternehmen profitieren von den neuen Impulsen: Manuel Lopez Alvarez von Jacob Söhne entdeckte sogar Verbesserungspotenzial für die eigenen Abläufe und nahm ergonomische Methoden aus der Werkstatt mit ins Unternehmen. Geschäftsbereichsleiter Ingo Horvath betont: „Der Perspektivwechsel für unsere Kolleginnen war sehr hilfreich, mal Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kennenzulernen.“

Für Geschäftsbereichsleiter Ingo Horvath, der den Schichtwechsel mitorganisierte, liegt der besondere Wert in der Horizonterweiterung: „Wir waren inspiriert von unseren Gronauer Kolleginnen und Kollegen, die schon 2024 einen Schichtwechsel organisiert haben. Der Perspektivwechsel für unsere Kolleginnen war sehr hilfreich, mal Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kennenzulernen.“

Geschäftsbereichsleitung Marta Pohl, die den Schichtwechsel für die Wittekindshofer Werkstätten koordinierte, zieht ein positives Fazit: „Der Schichtwechsel war ein Erfolg. Im nächsten Jahr wollen wir noch mehr Unternehmen aus anderen Branchen begeistern, die unsere Vielfalt an Tätigkeiten hier in der Werkstatt noch besser widerspiegelt.“ 

Marleen Dubbel, die für einen Tag vom Wäscheservice in der Werkstatt in den Marktkauf wechselte, beschreibt ihre Erfahrung: „Ich fand es total schön, mal eine andere Arbeit zu erleben. Die Mitarbeitenden des Marktkaufs waren sehr freundlich, und mir hat die Arbeit beim Salat zubereiten viel Spaß gemacht.“ Solche positiven Erlebnisse zeigen, wie bereichernd der Perspektivwechsel für alle Beteiligten sein kann.

Besonders engagiert zeigt sich Sebastian Horst, Filialleiter des Marktkaufs in Bünde. Für ihn ist Inklusion längst gelebte Praxis. Drei ausgelagerte Werkstatt-Arbeitsplätze konnten im Marktkauf somit schon geschaffen werden „Eine Mitarbeitende werden wir, wenn alles klappt, bald übernehmen, sodass sie dann auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeitet“, berichtet er. 

Im Frühjahr nahm Sebastian Horst am Speed-Date des Bereiches Arbeit und berufliche Integration des Wittekindshofes teil – mit großem Erfolg. Zehn weitere Anfragen gingen daraufhin bei ihm ein.

Auch für die Unternehmen bietet der Schichtwechsel wertvolle Impulse: Manuel Lopez Alvarez von der Firma Jacob Söhne GmbH & Co. aus Porta Westfalica entdeckte in der Werkstatt sogar Verbesserungspotenzial für die eigenen Abläufe: „Ich war sehr interessiert zu sehen, mit welchen Methoden hier unsere Produkte bearbeitet werden. Die hier angewandte Methode nehme ich mit in unsere Firma, denn sie scheint deutlich ergonomischer zu sein. Und auch ich durfte Ideen für die Werkstatt einbringen.“

Schichtwechsel in Gronau

Die Wittekindshofer Werkstätten in Gronau beteiligten sich zum zweiten Mal am Schichtwechsel und konnten drei lokale Unternehmen als Partner gewinnen: Evento-Mobil, Janus Logistics und das Fahrradgeschäft Falagro. Dennis Hart, Beschäftigter der Werkstätten, tauschte seinen Arbeitsplatz im Holzbereich mit den Geschäftsführern von Evento-Mobil. Carsten Rauer reflektiert: „Bei uns in der Wirtschaft steht das Produkt im Vordergrund, hier ist es genau anders herum, hier ist es der Mensch.“ 

Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Janus Logistics, die bereits vier ehemalige Werkstattbeschäftigte sozialversicherungspflichtig angestellt haben, zeigt, wie erfolgreich der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen kann. Auch im Fahrradladen Falagro tauschten Mitarbeitende ihre Arbeitsplätze und lernten voneinander. Michael Dücker, Inhaber von Falagro, war beeindruckt von der Teamarbeit und Präzision in den Werkstätten. Klaus Hogelucht-Schücker und Tobias Plugge von der Übergangsförderung sehen im Schichtwechsel eine wertvolle Chance für beide Seiten: „Der Aktionstag hilft, Vorurteile abzubauen und zeigt, welche Fähigkeiten und Potenziale in den Menschen stecken.“

„Wir wollen mit dem Schichtwechsel auch einen Perspektivwechsel anschieben“, erklärt Thomas Gerwing, Leiter der Wittekindshofer Werkstätten in Gronau. „Unser Ziel ist es, für Menschen mit Beeinträchtigung den passenden Arbeitsplatz zu finden. Das kann in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sein.“

Mit ruhiger Hand führt Dennis Hart die Poliermaschine über die Aluminiumplatte. Das glänzende Metall wird später die Außenverkleidung eines Foodtrucks zieren, der in der Manufaktur von Evento-Mobil an der Marie-Curie-Straße in Gronau entsteht. Dennis Hart ist eigentlich Beschäftigter der Wittekindshofer Werkstätten in Gronau. Für einen Tag hat er seinen gewohnten Arbeitsplatz im Holzbereich getauscht, und zwar mit den beiden Geschäftsführern Carsten Wantia und Carsten Rauer. 

Carsten Wantia, Geschäftsführer von Evento-Mobil, lernt beim Schichtwechsel die Holzverarbeitung in den Wittekindshofer Werkstätten kennen.  „Wir sind beeindruckt von der Qualität der Arbeit hier. Und von der Atmosphäre“, sagt Carsten Wantia.

Sein Kollege Carsten Rauer (links) ist derweil in Metallbereich tätig. Eingearbeitet wird der Evento-Mobil-Geschäftsführer von Carsten Lammers. „Bei uns in der Wirtschaft steht das Produkt im Vordergrund, hier ist es genau anders herum, hier ist es der Mensch“, reflektiert Carsten Rauer.

Auch bei Janus Logistics fand ein Arbeitsplatztausch statt. Olaf Bittner arbeitete für einen Tag in der Industriemontage der Wittekindshofer Werkstätten. „Ich wollte einmal sehen, wie es vorab läuft in den Werkstätten, bevor die Männer und Frauen dann vielleicht irgendwann einmal zu uns kommen", erklärt Olaf Bittner. Was ihn besonders beeindruckt: „Die Präzision und Schnelligkeit, mit der hier gearbeitet wird. Das hätte ich so nicht erwartet.“

Inklusion ist für Janus Logistics das sämtliche logistische Prozesse für den Modehändler Engbers übernimmt, nicht neu. Bereits vier Menschen mit Beeinträchtigung sind beim Logistiker tätig, die zuvor in den Wittekindshofer Werkstätten gearbeitet haben. 

Manuel Helfer war im Gegenzug im Team für Gemeinkostenmaterial bei Janus Logistics im Einsatz. Dort werden alle Produkte verpackt und verschickt, die in den Engbers-Filialen in Deutschland und Österreich für den Alltag benötigt werden. „Es hat richtig Spaß gemacht da zu arbeiten, gerade auch miteinander im Team“, resümiert Manuel Helfer am Ende des Tages.

Für Michael Dücker von Falagro, dem Fahrradladen Gronau, ist der Schichtwechsel eine bereichernde Erfahrung: „Ich wurde hier gut im Team aufgenommen und versuche mich einzubringen. Ich bekomme hier einfach mal einen Einblick in das, was die Männer und Frauen hier leisten – und dass sie gute Arbeit hier leisten.“ 

Nils Knobloch, der sonst im Holzbereich der Werkstatt tätig ist, hat im Gegenzug praktische Fertigkeiten für sein eigenes Fahrrad erlernt: „Ich habe Pedale eingefettet, Bremsen und Licht getestet und gelernt wie man einen Sattel ausrichtet. Das war ein guter Tag.“

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Ein bundesweiter Impuls für Inklusion

Der Aktionstag wird seit 2019 von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) koordiniert und verzeichnete in diesem Jahr mit rund 4.800 Teilnehmenden einen neuen Rekord. 

Die Wittekindshofer Werkstätten möchten auch in Zukunft weitere Unternehmen für den Schichtwechsel begeistern und so die Vielfalt ihrer Tätigkeiten und die Chancen für Menschen mit Beeinträchtigung weiter stärken.

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